Mattmann Q

In einer grossen Lage soll man die Kraft des ausserordentlich Terroirs spüren.

In Quinten, der «Riviera der Deutschschweiz» bewirtschaften wir einen Rebberg in einem solchen Kraftort. Steht man in dem zwischen dem Walensee und der bis über 2300 m.ü.M. ansteigenden Churfirsten-Steilwand eingeklemmten Rebberg, ergreift einem unweigerlich tiefe Demut vor der wildromantischen Atmosphäre dieses nur per Schiff oder zu Fuss erreichbaren Ortes.


In der Regel hat Quinten mehr Niederschläge als Zizers. Aber diese fliessen durch den extrem durchlässigen Felsgeröllboden sehr schnell ab, durch Lichtreflexion vordoppelt der Walensee im Rebberg die Sonneneinstrahlung und die steilen, südexponierten Felswände fungieren als idealer Wärmespeicher und schützen die Reben zudem vor kalten Nordwinden. Durch das besonderes milde Klima hat Quinten gegenüber dem Churer Rheintal einen Vegetationsvorsprung von rund zwei Wochen.

 

So ist es kein Wunder, dass trotz der schweren Erreichbarkeit von Quinten bereits die hohe Geistlichkeit des alten Churräthien auf diesen besonderen Flecken Erde aufmerksam wurde und ihn als fünfter (quintus) Hof am Walensee in ihren Besitz genommen haben.

 

Die Erkenntnis von Schwyz und Glarus (datiert auf den 9. April 1528) gegenüber der Gemeinde Quinten, die sich weigerte dem Abt Johann Jakob von Pfäfers den Fischzins zu leisten, ist eines der ältesten noch erhaltenen Dokumente über Quinten und bildet die Etikettengrundlage für den Q.

Die Originalurkunde wird im Stiftsarchiv St. Gallen aufbewahrt. Sie wurde uns freundlicherweise zur Reproduktion zur Verfügung gestellt. (http://scope.stiftsarchiv.sg.ch/detail.aspx?ID=688)

 

 

MATTMANN Q 2009

Am 1. Oktober 2009 konnten wir den ersten Q-Jahrgang lesen. Wegen relativ starkem Essigbefall mussten die Trauben von geschätzten durchschnittlich über 50-jährige Pinot Noir Stöcken konzentriert einzeln verlesen werden. Die grandiose, nahezu atemberaubende Kulisse dieses «Kraftortes» entschädigte die Crew aber für ihre Bemühungen und ihren Einsatz. Der Begeisterung nach zu urteilen, können wir die Plätze für die nächstjährige Weinlese wohl sogar an die Meistbietenden versteigern... :-)

 

Dank dem extrem geringen Ertrag von nur knapp über 2dl/m2 ernteten wir wie gewünscht sehr kleinbeerige, aromatische Trauben mit komplett reifen Kernen und moderaten 100°Oechsle. Nach dem Transport per Schiff über den See, fast zweiwöchiger offener Maischegärung mit der über 100-jährigen «Mumienhefe» W1895 und Barriqueausbau (50% Neuholz) werden die erste circa 1200 Flaschen Quintner Pinot Noir im Dezember abgefüllt werden. Bereits gewonnen hat der Q 2009 aber seine erste Degustation, denn gemäss der Zeitschrifte marmite ist es der beste St. Galler Wein...

 

 

Degustationsnotizen

 

"Dunkles, jugendliches Rot; Aromen von roten und schwarzen Beeren mit feinen Röstnoten; vollmundig, saftige Säure, kräftiges Tannin, lang; imposanter, markanter Wein."

marmite Die Zeitschrift für Ess- und Trinkkultur, 2/2010.

 

Fassmuster "Gäraromatik, hefig, mostig, mit Luft im Glas Hauch helle reife Erdbeere & Himbeere, feinsaftig dahinter, wohl eher der Elegant-scheue als der Muskelprotz.
Dichte & zugleich offene Art zeigend, Eleganz - kein Showwein, dezentes mehlig-mürbes Tannin, runde filigrane Säure, süßlicher Extrakt, knochentrocken & trotzdem mit Schmelz & süßlichem Touch, samtige geschmeidige Struktur, Schmeichler, etwas reife rote Erdbeere & Himbeere, dezente Mineralität, mittig noch leicht verschlossen - sollte aber sehr gute Tiefe & Komplexität entwickeln, mittleres Potenzial - ... sehr langer, erdbeeriger & samtiger Abgang. 17.25/20, 2012-18"
Sigi Hiss, Mai 2010

 

"Ein besonderer Ort, ein besonderer Wein: Entstanden ist ein eigenständiger Tropfen, intensiv duftend, füllig und stoffig, und dennoch zart und elegant."

Peter de Jong, DIE REGION Nr 10, Oktober 2010.


Drei Stunden dekantierte Flasche "Mittlere Intensität, Holunderblüten, Cabernet Nase, feinwürzig, dezente vollreife & würzige Himbeeren im Hintergrund, tief, komplex, sehr elegant & mit edler Note, benötigt Luft & Zeit.
Dichte zugleich rassige Art, strukturiert & Eleganz, sehr feinkörnig-mineralischer Unterbau, noch leicht stumpfes Tannin, sehr gute Balance, kompakter Kern, Aromen wie in der Nase plus frische rote Waldbeeren, leicht tabakig, reife Cassisnoten, kompakt & fest gewirkter Schmeichler, braucht Zeit um volles Potenzial zu zeigen, auch jetzt schon gut zu trinken, sehr langer, dichter & feinmaschiger Abgang. Zeigt sich deutlich fester, kompakter & mit mehr Lagerpotenzial als die Fassprobe in 2010 17.75/20, 2012-2022"
Sigi Hiss, Februar 2011

 

 

Bei der Vorreservation das Q haben über 85% den Glasverschluss gegenüber Kork bevorzugt. Somit wurde der nun erhältliche Pinot Noir Q 2009 mit Vinolok-Glasstopfen verschlossen.

 

Der Pinot Noir Q 2009 ist leider bereits ausverkauft. Der 2010er ist jetzt im Verkauf.