Pinot Noir

«Extrem dünnhäutig, neigt zur Trunksucht, die schnell zu Übergewicht führt, überhaupt sehr krankheitsanfällig, schon bei leichter Überbeanspruchung nimmt die Qualität der Leistung rapide ab. Sehr sensibel, nachträgerisch aber bei verständnisvoller Behandlung zu einmaligen Höchstleistungen fähig.» (Hans Ulrich Kesselring)


Was nach der Beschreibung der Allüren einer Schauspiel- oder Gesangsdiva tönt, sind in Wirklichkeit die Attribute des Pinot Noirs. Mal ist Pinot eine anschmiegsame Schmusekatze mal ein unberechenbar wildes Irgendwas. Doch wenn man sich einmal in den Pinot Noir verguckt hat, so lässt einem die Leidenschaft nicht mehr los...!


Die Gärung wird in der Regel von unserer rebbergeigenen Hefeflora durchgeführt. Durch das Zusammenspiel zahlreicher Hefestämme glauben wir komplexere Weine zu erhalten, sowie den Terroircharakter noch ausgeprägter in unserem Wein zu finden. Denn nebst Gestein und Boden, Klima und Mikroklima, Kulturtechnik und Exposition ist auch die Mikroflora ein wesentlicher Teil des Terroirs.
Während der alkoholischen Gärung werden die aufsteigenden Traubenhäute alle paar Stunden von Hand wieder in den Saft gestossen. Selbst mitten in der Nacht stehen wir oft auf und stossen die Maische. Das ist zwar schlaf-, kraft- und energieraubend, aber es fördert die Extraktion von Farb-, Gerb- und Aromastoffen aus den vollreifen Beerenhäuten.
Nach der Gärung wird die Maische nur schwach ausgepresst. Der Wein kommt zur Reifung in Pièces aus französischer Eiche, wo er auf seinem Feintrub reifen kann.

 

 

 

 

Pinot Noir 2009

 

 

 

 

Pinot Noir 2008

Es ist vermutlich unser bisher bestes «Mattmännchen». Noch nie war er so dicht, kräftig und komplex ausgefallen wie 2008. Dank der Spontangärung und dem Barriqueausbau besticht er mit dunklen Pinot-Aromen und herrlicher Würzigkeit. Den biologischen Säureabbau machte er vollständig im Barrique (wovon rund 30% neu), dannach reifte er bis zur Abfüllung mit einem etwas kleinern Neuholzanteil auf der Feinhefe weiter im Barrique.

Schenken Sie ihm etwas Zeit im Keller oder wenigstens eine Stunde in der Karaffe.

 

Degustationsnotizen

 

"... präsentiert sich nervig-elegant und verführerisch fruchtig... Nuancenreiches Bouquet mit Aromen von roten Beeren und dezenten Würznoten. Mittelgewichtiger Körper, schöne, filigrane Fruchtaromatik, harmonisch integrierte Tannine, saftige Säure, langer aromatischer Nachhall."

Rudolf Trefzer, Handelszeitung & The Wall Street Journal, Nr.5 vom 3. Februar 2010

 

"Im Churer Rheintal baut Thomas Mattmann einen erstklassigen Pinot Noir an. Der Oenologe ist Schweizer Meister im Weindegustieren 2003 und Winzer mit Überzeugungen: "Authentisch, individuell und naturbelassen" sollen sie sein, damit Terroir und Rebsorte optimal zur Geltung kommen. Der Wein reift in französischen Eichenfässer, schmeckt fruchtig, mit weichen Tanninen und im Finale pikant würzig...."

Hans Babits, Blick am Abend vom 11. Februar 2010

 

"The reliably savoury and classy Mattmann Churer Rheintal Pinot Noir (13.5%) from Switzerland, as covered before on this site – though this time the succulent 2008 vintage. Not easy to get hold of, but well worth a try."

Susie Barrie Master of Wine, 13. Februar 2010, BBC1, Saturday Kitchen, http://winchesterwineschool.com/what-research-tastes-like/.

 

"Süsses, duftiges, frisches, pfeffriges Bouquet mit Cassisbeeren, Milchkaffee, feinem Wildton. Feingliedriger, fruchtiger, seidener Gaumen mit süsser Frucht, feinen Tanninen, leichter Aromatik, langer süsser Abgang mit Caramel und Leder. 16/20, 2011-2025"

Schweizerische Weinzeitung, Mai 2010

 

"Offen, schon gute balancierte Art, minimale rote Johannisbeere, etwas unruhig, wilde Art, etwas würzige Rosen, steinig, tief, etwas würziger Tabak.
Saftig, schlanke leicht bittere Art, rassig, Hauch unruhig, kalkig, klassisch, etwas Walnuss, erdig, Waldboden, zugänglich, angetrocknete Kirsche, mürbe feingliedrige Frucht,... sehr mineralisch, trotzdem offener & tiefer, sehr langer frischer Abgang. 16.75/20, 2011-18"
Sigi Hiss Mai 2010

 

"Klar, fruchtintensiv und angenehm süss im Duft, Schiefernoten. Saftiger, recht würziger und komplexer Gaumen, angenehmer Trinkfluss, voller, lang anhaltender Körper, vielleicht eine Spur zu wuchtig im Nachklang. 16+/20, 2011-2017"

Weinwisser N° 09/2010 vom 27. September 2010

 

"Neben dem Premium-Wein gibt es einen trinkfreundlichen Churer Rheintaler Pinot Noir, dessen Jahrgang 2008 ausgesprochen finessenreich gelungen ist."

Martin Kilchmann, Die Winzer Graubündens und ihre Weine, AT-Verlag, 2010

 

"Der elegante Pinot Noir 2008 gefällt mit strahlender, beeriger Nase, gewürzt mit schwarzem Pfeffer."

Schweizer Weinführer "Unter der Lupe" 2011 

 

Drei Stunden dekantierte Flasche: "Mittlere Intensität, reife kühle & brombeerige Nase, nasse Erde, etwas Trüffel, etwas ätherische Noten von Waldkräutern, Waldbeeren gepaart mit Cassis, sehr tief & komplex, dezente Schokolade, steinig. Offene zugleich satte Art, saftig, reife aber feingliedrige Tanninstruktur, mittlere mineralische Komponente, rassiger Gesamteindruck, frische leicht zitronige Säure, wird erst in 1-2 Jahren sein Potenzial zeigen, dito Nase plus eine leicht pfeffrige Note, herrliche Eleganz & Rasse, kein Show-Wein, die Weine müssen dekantiert werden, sehr langer mineralisch-frischer Abgang. 17/20, 2011-2020"
Sigi Hiss, Februar 2011

 

Erhältlich

Pinot Noir 50cl (75cl Ausverkauft)